Geschichte der Dorfkirche

Um 1230 erster erwähnter Priester Arnoldus de Nyenkirken.
Großes Kirchspiel mit Vluyn, Bloemersheim, Rayen, Rheurdt und Schaephuysen. Mitverwaltet wurde Repelen; reiches Kirchspiel mit fünf gut dotierten Altären

Ab 1399 haben die Herren von Moers durch Landkauf auch die Pfarrbesetzungsrechte erworben.

In katholischer Zeit Wandmalereien, die 1740/41 freigelegt und anschließend überkälkt wurden. Bei der Restaurierung im 20. Jahrhundert waren sie nicht mehr wieder herzustellen.

1543 trat der Neukirchener Pfarrer Moersken vom Amt zurück, weil er die Reformation nicht wollte.

Die katholischen Pfarrer von St. Quirinus

  • 1. Arnoldus de Nyenkirchen 1230 und 1234.

  • 2. Wynmarus, Plebanus, das ist ein nicht geweihter, ein sogenannter Leutpriester. 1305 und -1320.

  • 3. Bernhard von Wesel 1322 und 1327. Papst Johann XII verlieh dem Subdiakon der Kölner Diözese Bernhard von Wesel, cliricus und familiarus des Königs Johann von Böhmen, eine Pfründe zur Verfügung des Xantener Stiftskapitels mit der Auflage, wenn er diese erlange, er seinen um die Pfarrkirche von Nienkerken geführten Prozeß aufgeben müsse.

  • 4. Pleban Gottfried von Nyenkirken 1349.

  • 5. Johann de Murse 1358.

  • 6. Magister Ger. Gyr, Pastor in Nyenkerken in der Vlunen. 1359-1360. Er vertauschte 1359 die Pfarrkirche von Huckinghem mit der Pfarrkirche in Nyenkirken, quam tunc obtinat (welche vorher innehatte) Johann de Murse. Papst Innocenz stimmte am 25. Juni 1359 dem Tausch zu."

  • 7. Henr. de Croneberger Plebanus 1362.

  • 8. Papst Urban V. bestätigte die Übertragung der Pfarrkirche in Nienkirken an Johann de Loe -1363-1381

  • 9. Auf Bitten des Johann de Wickrade und des Grafen von Moers wird die Pfarrstelle in Niekerken in comitatu Moers dem Johann op Gastendonck übertragen 1432.

  • Johann upp Gastendonck hat lange Jahre in Neukirchen Dienst getan, er wird noch 1491 genannt.

  • 10. Der Priester Wilhelm Halfwasser schenkte 1442 den Altären S. Nikolaus und S. Catharina in der Pfarrkirche zu Neukirchen Ackerland in Hüls. Die Kirchenmeister Dietrich Opperheiden und Wilhelm ingher Overdonck erhielten im gleichen Jahre vom Rektor der Pfarre Joh. upp Gastendonck 24 Malter Weizen für 3 Wochenmessen am Nicolaus-Altar durch den Offizianten (diensttuenden Priester) von Wilhelm Halfwasser von Dursten.

  • 11. Zu Zeiten des Pfarrers upp Gastendunck wirkte am S. Nikolaus- und S. Katharinenaltar der Kleriker Petr. Vyn. Er übernahm den Vikarier.dienst, als sein Vorgänger Wilhelm Halfwasser anc seine Stelle verzichtete. Kirchenmeister waren zu der Zeit Wyllem inger Averdunck, Heynken ingen Averdunck und Wytssel von Bruychuyssen.

  • 12. 1479 verzichtete Johann upp Gastendonck auf die unter einem Laienpatronat stehende Pfarrkirche zu Nyenkerken, deren Einkünfte damals 60 Goldgulden betrugen, zu Gunsten des Petr. de Cortenbach und des Lütticher Kanonikus Jac. Bovelet.

  • 13. Johann Mor 1498.

  • 14. Conradus Moersken 1504-1543, gest. 1547.

  • 15. Hermann Payß 1509-1523.

  • 16. Johann Bonikarnp 1539--1552.

  • 17. Wilhelm Gerkens 1552-1555.

  • 18. Friedrich Gehnen 1555-1568

  • 19. Wilhelm Bonikamp 1568-1570.

1552 wurde Johann Bonikamp erster evangelischer Pfarrer.In der Folgezeit häufig spanische Überfälle.

1560 löst sich Kapellen von Neukirchen und 1614 wird Vluyn selbständig.

1560 Moerser Kirchenordnung

1579 totale Zerstörung des Inventars durch spanische Truppen

1580 Einführung des Heidelberger Katechismus.

Bis 1645 häufige Kriegshandlungen in Neukirchen.

Dadurch bürgerliches und geistliches Leben in Unordnung

1630 Visitationen beschlossen, 1671 Moerser Konvent

1675 Einführung der Katechismuspredigten

1742 Aufgeklärter Katechismus "Milch der Wahrheit"

Ab 1702 starker Widerstand gegen Preußen besonders durch die Pfarrer.

1711 Huldigungseid in der Dorfkirche

1739 Einbau der Kirchenorgel durch Thomas Weidtmann und gründliche Renovierung der Kirche

Große Schäden durch die französische Revolutionsarmee

Mauerwerk und Holz feucht, Kirchendach kaputt

1800 Blitzschlag und herabfallende Trümmer des Turms beschädigen das Langhaus.

1848 grundlegende Renovierung

Zwei Pfarrer sind bis heute bedeutend:

1835 - 1882 Andreas Bräm, der ab1845 den Erziehungsverein gründete

1872 - 1883 Ludwig Doll, begann 1878 das Waisenhaus, 1874 die Mission.

1906 Einweihung der pneumatischen Faust-Orgel

1960 neue Bänke und neuer Abendmahlstisch, 1964 Neue Peter-Orgel

1972 Bau des Gemeindezentrums

1996/97 Kirchturm und Glockenstuhl werden renoviert

2003 Eine neue Orgel wird gebaut.

28.11.2004 Die neue Weidtmann-Renard-Orgel wird eingeweiht

Heute gibt es an der Dorfkirche ein lebendiges Gemeindeleben mit Familiengottesdiensten, Jugendgottesdiensten, Taizé-Andachten und klassischen Gottesdiensten nach der Unionsagende.

Die Evangelischen Pfarrer der Dorfkirche:

1. Johann Bonikamp (Vater) 1552-70

2. Wilhelm Bonikamp (Sohn) 1570-80

3. Mathias Sartorius (1. ref. Pfr.) 1580-1616

4. Theodor Vorstius 1616-24

5. Friedrich Casimir Sohnius 1624-32

6. Johann Carpius 1632-58

7. Johannes Fabricius 1658-69

ß. Gerhardus Joosten 1669-85

9. Alexander Leonius de Prato 1687-1704

10. Johannes de Blecourt 1704-11

11. Bernhardin Casparus Wülfing 1711-12

12. Johann Philipp von Königsegg (Vater) 1712-48

13. Philipp Bernhard von Königsegg (Sohn) 1748-93

14. Johann Heinrich Christoph Rappard 1793-1835

15. Andreas Bräm 1835-72

16. Ludwig Doll 1872-77

17. Friedrich Augé 1877-1924

18. Ernst Theophil Haarbeck 1924-37

19. Friedlieb Gustorff 1937-54

20. Paul Heinz Meis 1959-61

21. Kurt Schmitz 1962-63

22. Walter Hentze 1966-73

23. Gerhard Hahne 1973-93

24. Wolfgang Herrmann 1993-2016

25. Dr. Frank Hartmann

26. Frank Rusch

Die Situation der Kirchengemeinde heute

In 2 Bezirken mit 2 Pfarrern besteht ein reges Gemeindeleben mit Angeboten für jung und alt.

Die Schließung der Zeche mit Folgeproblemen für die Menschen, viele mittelständische Neuansiedlungen, seit Jahren Zuzug aus den Städten wegen der landschaftlich schönen Umgebung bilden das Umfeld dieser Gemeinde. Lebendige christliche Tradition, die Existenz kirchlicher Einrichtungen für Jugendhilfe, Altenarbeit und Mission (Erziehungsverein, Neukirchener Mission und Christliches Jugenddorfwerk), daneben bäuerliche Tradition der alten Landgemeinde Neukirchen sind bis heute erfahrbar.

Ein kurzer Blick auf das vielfältige Gemeindeleben zeigt: Die Gottesdienste sind gut besucht und finden sonntags um 10 Uhr statt, in der Dorfkirche ist am 3. Sonntag im Monat um 11 Uhr Familiengottesdienst. Es gibt einen integrativen Kindergarten, Lindenstraße 41 - als Angebot für die gesamte Stadt, kirchliche Chöre und Musikgruppen, zahlreiche Gemeindekreise (vor allem für Frauen), Gesprächskreise und Freizeitangebote. Alle Gemeindeaktivitäten sind im Gemeindebrief und auf dieser Homepage nachzulesen.

Mit den Pfarren und hauptberuflichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gemeinde sind ca. 250 Gemeindeglieder ehrenamtlich tätig.

Neben der Gemeindearbeit gibt es gute Kontakte zu Gemeinden im Oderbruch, in Ungarn und auch in Ruanda/Afrika. Innerhalb der Stadt besteht ein gutes Miteinander mit der Evangelischen Kirchengemeinde Vluyn, der Freien Evangelischen Gemeinde und den Katholischen Kirchengemeinden.